Haverkamp/Engstfeld/Weiss

Kabarett trifft Jazzquartett

Haverkamp/Engstfeld/WeissIm Mai 1999 entstand aus einem spontanen gemeinsamen Abend im Canisiushaus (Düsseldorf-Oberkassel) eine lockere Zusammenarbeit zwischen den Freunden Wolfgang Engstfeld (sax), Peter Weiss (dr) und Wendelin Haverkamp (voc & text), von Hendrik Soll am Piano und Christian Ramond am Bass komplettiert. Inzwischen kommt man regelmäßig zur gemeinsamen Matinee im Düsseldorfer Kommödchen zusammen unter dem Motto: »Treffpunkt Spielplatz 5vor12«.

Hierbei sind aus den »klassischen« Mitteln von Jazz und literarischem Kabarett neue Formen der Zusammenarbeit entstanden und entwickeln sich weiter: Witzig-absurde deutsche Texte aus Haverkamp’scher Feder zu Jazz-Standards, die durch Engstfelds Spiel neuinspiriert wirken, aber auch Klang- und Wort-Collagen, die sich völlig »free« aus den Mitteln von Satire und Jazz zugleich speisen. »Solistische« Beiträge – musikalische des Engstfeld/Weiss-Quartetts wie auch kabarettistische von Haverkamp – runden das Ganze ab. Das Repertoire wächst und neue Projekte sind zu erwarten.

Hintergrund-Info zur Entstehung der Veranstaltungsreihe

Am schönsten sind Treffen, bei denen man durch Zufall alte Freunde wiederfindet. Genau so war’s, als Ende der 90er der Kabarettist Wendelin Haverkamp, der bis zum Studienbeginn 1969 in Düsseldorf zur Schule ging, per Zufall bei einem Abendessen Wolfgang Engstfeld wiedertraf; und zwar just am nahrhaften Küchentisch des gemeinsamen Freundes Peter Weiss, Düsseldorfer Schlagzeuger und Jazz-Urgestein.

Rückblende: In Düsseldorf-Oberkassel befindet sich ein Spielplatz, auf dem Anfang der 60er auch Kinder der Familien Engstfeld und Haverkamp spielten – zunächst mehr mit Murmeln. Die Lebenswege führten auseinander und auf verschiedene künstlerische »Spielplätze«: Wolfgang Engstfeld in den modernen Jazz, den er im Zusammenspiel mit Peter Weiss auf Tourneen durch die ganze Welt wie auch als Saxophon-Professor der Musikhochschule Köln kultivierte, Wendelin Haverkamp ins literarische Kabarett.

Wobei stets auch die Musik, insbesondere die der Sprache und des Gesangs, für Haverkamp eine große Rolle spielte. Kein Wunder: Führte doch sein Schulweg unausweichlich durch die Düsseldorfer Altstadt, wo er in einschlägigen Jazz-Lokalen wie dem berühmten »Downtown« seinen Stundenplan erweiterte; ein Ort, an dem auch Engstfeld und Weiss wichtige erste Jazz-Erfahrungen sammelten.

Als sich nun die drei, inzwischen alle um die fünfzig, per Zufall bei Peter Weiss wiedertrafen, war schon vor der dritten Flasche klar, daß es höchste Zeit sei, wieder mal zusammen zu spielen – diesmal vielleicht nicht im Fußballtor oder auf der Schaukel, sondern gegenseitig sich was vor und mit- und durcheinander.

So entstand die Idee des gemeinsamen Projektes »Treffpunkt Spielplatz«: Kein schwerbeladenes und kopflastiges Projekt, sondern ein leichtes und verrücktes, sprich leicht verrücktes Zusammentreffen von Kabarett und Jazz, in dem Platz für Spontaneität und Unsinn bleibt: Mal bissig, mal humorvoll, aber immer hochmusikalisch, eine ebenso spannende wie lockere Bühnenbegegnung alter Freunde, die den Ernst des Lebens in ihrem Fach zur Genüge kennen und endlich mal wieder zusammen spielen wollten – ein »Spielplatz« eben.

Daraus entstand eine gemeinsame Sonntags-Matinee – zunächst in den Alten Kammerspielen des FFT, seit Anfang 2005 aber ist der »Spielplatz 5vor12« im Düsseldorfer Kommödchen bei Kay Lorentz zu Hause.

Ebenfalls Anfang 2005 erschien auch die erste gemeinsame CD »Spielplatz 5vor12«.